Trickfilmsprecher
Wie bei vielen anderen Berufen im Sprecherbereich gibt es auch für Trickfilmsprecher keine wirkliche Ausbildung. Meistens übernehmen Schauspieler, Comedians oder andere Promis (wie Anke Engelke, Michael „Bully“ Herbig oder Heike Makatsch) die Synchronisation von Trickfilmen. In Einzelfällen kommen Stars auch in den Genuss, sich selbst im Zeichentrickfilm zu synchronisieren. Bestes Beispiel ist Produzent und DSDS-Juror Dieter Bohlen, der seinem Zeichentrick-Dieter die Stimme geliehen hatte.
Sie haben nicht nur eine gute Aussprache, sondern können sich auch ideal auf die Bewegungen der Figuren einlassen. Denn: ein Synchronsprecher muss, während er einer Person seine Stimme leiht, immer mit großer Motivation und der richtigen Betonung sowie einer großen Portion Hingabe und Engagement bei der Sache sein. Nur so klingt er überzeugend. Bei Filmen mit menschlichen Darstellern ist das Hineinversetzen noch eine Spur leichter, bei Zeichentrickfiguren haben manche so ihre Probleme, deshalb werden professionelle Sprecher benötigt. Ihr Job ist es, den Trickfiguren „Leben einzuhauchen“.
Professionell bedeutet in diesem Fall, dass eine entsprechende sprachliche Ausbildung vorhanden sein muss. Dazu gehört das richtige Atmen, eine klare und deutliche Aussprache sowie eine gute Betonung und – im Fall eines Trickfilmsprechers – auch ein großer Stimmenumfang. Schließlich sind viele Trickfilme – nicht alle, aber viele – für Kinder gedacht und sollten möglichst lustige, kuriose Stimmen beinhalten, die sich bei den kleinen Zusehern gut einprägen und Lust auf mehr machen.
Reich werden kann man als Trickfilmsprecher allerdings nicht. Laut Medienberichten verdient ein solcher Sprecher pro Take (2 bis 3 Sätze) nicht viel mehr als 3,50 Euro hier in Deutschland. Große Synchronstudios finden sich in München und Berlin, kleinere in Köln und Hamburg. In den USA ist der Verdienst der Synchronsprecher deutlich besser. Hier sind zum Beispiel die Personen, die die Charaktere von „Southpark“ sprechen, zu nennen. Sie sollen Gerüchten zufolge ziemlich hohe Summen pro Episode kassieren. Auch in Japan haben Synchronsprecher der so genannten Animes so eine Art Kultstatus – sie werden gefeiert, als wären sie selber die Comichelden.
Während, wie bereits genannt, die Synchronisation von Spielfilmen mit echten Menschen leichter ist, da die Sprecher sich einfacher in die Rollen hineinversetzen können, hat der Trickfilmsprecher einen anderen, entscheidenden Vorteil: viele gezeichnete Figuren bewegen ihre Lippen nicht oder kaum. So ist die Synchronisation etwas leichter und kann auch schneller über die Bühne gehen. Auch bei der Übersetzung von fremdsprachigen Texten und der Vertonung in die Muttersprache bringt das deutliche Erleichterung. Wer kennt schon am Gesichtsausdruck der Schlümpfe, welche Sprache ihnen ursprünglich in den Mund gelegt wurde!? Bei Schauspielern ist das Abweichen der Lippenbewegungen von der übersetzen Sprache, die ihnen in den Mund gelegt wurde, schneller ersichtlich und deshalb sind ihre Sätze schwerer einzudeutschen.
Wenn es ich um die Trickfilmsynchronisation von kleinen Jungs handelt (wie zum Beispiel Bart Simpson, der von Sandra Schwittau gesprochen wird), werden oft weibliche Stimmen eingesetzt. Sie sind Kinderstimmen sehr ähnlich, haben aber den Vorteil, dass sie niemals in den Stimmbruch kommen und so verlässlicher sind.
Das Synchronisieren hat in Deutschland bereits eine langjährige Tradition – schon vor dem zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche ausländische Filme synchronisiert, also eingedeutscht. Nach dem Krieg stieg die Nachfrage nach fremdsprachigen Streifen, die natürlich allesamt übersetzt und synchronisiert werden mussten. Dazu zählten neben Filmen mit echten Darstellern auch zahlreiche Trickfilme. Vor allem Walt Disney sorgte mit seinen ersten abendfüllenden Zeichentrickfilmen, in den Sprechrollen im Vergleich zu vielen früheren Trick-Filmen, zum Beispiel den ersten Cartoons, immer wichtiger wurden.
Zu den bekanntesten Trickfilmsprechern gehören Gerd Vespermann (Bugs Bunny), Norbert Gastell alias Homer Simpson, Peter Krause (Donald Duck) und die damals erst 11-Jährige Scarlet Lubowski (leiht der Biene Maja ihre Stimme).
Finden kann man Synchronsprecher für Trickfilme ganz einfach im Internet – wie für viele andere Sprecher gibt es auch für sie spezielle Vermittlungsbörsen.
In den meisten Fällen sind Trickfilmsprecher aber auch für „Realproduktionen“, also für die Synchronisation von Schauspielern, einsetzbar.
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