Synchronsprecher

Eine der anspruchvollsten Sprecher-Tätigkeiten ist das Synchronisieren, weil es äußerst exakt durchgeführt werden muss und deshalb Professionalität zwingend notwendig ist. Beim Synchronsprecher (bzw. der Synchronsprecherin) handelt es sich um Schauspieler oder sonstige Sprecher mit entsprechender sprachlicher Ausbildung. Zu dieser Ausbildung gehören die richtige Atemtechnik, das deutliche Sprechen und viel Gefühl fürs Timing. Die Synchronsprecher leihen ihre Stimme verschiedenen Charakteren und Personen, um fremdsprachige Filme zum Beispiel auf Deutsch zu übertragen. Synchronisiert werden dabei nicht nur Schauspieler, sondern auch Zeichentrickfilmfiguren oder Puppen. Oft ist es aber auch in der Originalsprache nötig, die ein oder andere Filmsequenz noch einmal nach zu synchronisieren, zum Beispiel wenn mit Vierbeinern gedreht wird und Dialoge durch Befehle eines Tiertrainers unterbrochen werden. Ähnlich nachbearbeitet werden müssen Szenen, in denen die Tonqualität nicht optimal ist. Auch bei Ihnen werden die Schauspieler noch einmal ins Tonstudio gebeten, um diese Stelle erneut zu synchronisieren. Während in erster Linie fremdsprachige Schauspieler eine neue Stimme verliehen bekommen, gibt es aber auch – in Ausnahmefällen – Deutsche, denen andere deutsche Synchronsprecher etwas in den Mund legen. Udo Kier ist ein Paradebeispiel dafür. Wegen seines starken Kölner Dialektes musste ein Kollege seine Synchronisation in diversen Filmen übernehmen. Aber es geht auch anders: Schauspieler wie Christopher Lee sprechen zum Teil sogar in mehreren Sprachen ihre Rollen selbst bzw. synchronisieren sie selbst im Studio nach. Zwar gibt es auch amerikanische Serien, die im TV nicht nachsynchronisiert werden, sondern nur einen Untertitel verpasst bekommen (zu sehen häufig bei MTV, generell ist eine Synchronisation von der Original- in die jeweilige Zielsprache aber unumgänglich – vor allem bei Filmen. Zum einen ist es für Zuschauer oft schwierig – besonders bei hektischen Wortwechseln – die Untertitel mitzulesen und zugleich der Handlung zu folgen. Zum anderen ist es, selbst wenn man der Originalsprache mächtig ist, kaum möglich alle Wörter im schnellen Handlungsverlauf zu verstehen, gerade wenn es sich um fachspezifische Ausdrücke handelt – deshalb die Synchronisation.

So wichtig der Synchronsprecher auch ist, so wenig wird seine Arbeit gewürdigt, zumindest in Deutschland. Oft bekommen Synchronsprecher pro Take (zwei bis drei Sätze) bei uns nicht mehr als 3,50 Euro. Außerdem sind ihre Namen, geschweige denn ihr Gesicht, in den meisten Fällen nicht sehr bekannt. Das liegt auch daran, dass sie im Serien- oder Filmabspann nur selten und wenn, dann ziemlich unauffällig, genannt werden. Anders ist das in den USA: die Synchronsprecher der Simpsons beispielsweise verdienen dort Millionen und werden wie Stars behandelt. Auch in Japan gelten viele Sprecher der japanischen Zeichentrickserien (Animes) als echte Kultstars. Aber wie funktioniert eigentlich das Synchronisieren und warum ist es so diffizil? Das liegt daran, weil Synchronsprecher über ein besonderes „inneres Timing“ und eine gute Beobachtungsgabe verfügen müssen. Sie müssen bei ihrer Tätigkeit insbesondere auf die Lippenbewegungen achten und mit ihrer Stimme einen möglichst situationsbedingten und wirkungsvollen Ausdruck erzeugen, der noch dazu zu den Mundbewegungen der Originalsprache passt. Im Gegensatz zu den Schauspielern auf der Leinwand, die mit Gestik und Mimik arbeiten können, haben die Synchronsprecher nur ihren Mund, also ihr Sprechwerkzeug, zur Verfügung. Wildes „Mitgestikulieren“ hinter dem Mikrofon ist nicht möglich, das würde unter Umständen zu Luftzügen und folglich auch zu Beeinträchtigungen der Tonqualität führen. Was der Laie oft nicht weiß: nicht nur Filme, sondern auch Werbespots werden fürs Fernsehen oder die Kinoleinwand synchronisiert. Zum einen, weil es viele fremdsprachige Spots von Produkten gibt, die auch bei uns erhältlich sind und die somit übersetzt werden müssen. Zum anderen ist es nur selten der Fall, dass die Darstellerin in der Parfüm-Werbung oder der gutaussehende Cowboy in der Zigarettenwerbung auch Stimmen besitzen, die zum Produkt bzw. zur Vermarktung passen. Und: Selbst wenn die in der Werbung zu sehende Personen auch ein ausgebildeter Sprecher ist, ist nach dem Dreh meistens eine separate Synchronisation bzw. Vertonung notwendig. Viele Firmen legen Wert darauf, dass die Stimme möglichst eingängig und klangvoll wirkt. Das wird durch eine Sprachaufnahme im Tonstudio leichter erreicht als durch die gleichzeitige Darstellung und Vertonung.

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