Station Voice

Ein Sprecher mit Monopolstellung ist mit Sicherheit die so genannte Station Voice. Diese Stimme gibt es in jedem Hörfunk- und TV-Sender. Sie ist gewissermaßen das „Sprachrohr“ der jeweiligen Station und soll den Zuhörer oder Zuseher, sobald er die Stimme hört, auch an diese Station erinnern. Überwiegend informiert die Station Voice über programmliche Inhalte und ist somit in Trailern, Teasern und Promos zu hören. Darin können Sendungen angekündigt werden, sie ist aber auch bei Gewinnspielen oder anderen Aktionen „mit von der Partie“, weil es dazu meist spezielle Verpackungselemente gibt. Zum Beispiel die von der Station Voice gesprochenen Bumper und Stinger, die als Intro und Outro von OnAir-Aktionen beim Hörfunk oder TV dienen. Auch in verschiedenen Senderubriken, in den Openern zu Beginn jeder Stunde und bei Jingles und Drops, die zwischen der Musik eingesetzt werden und den Claim (eine Art Slogan des Senders; z.B.: „die besten Hits der 70er, 80er und 90er“) sowie die ID (=Senderkennung) der Station enthalten, kommt kein geringerer als die Station Voice zum Einsatz. Die Stimme war früher bei den meisten Sendern männlich, inzwischen setzt sich aber immer mehr das Duo, also ein Zusammenspiel aus weiblicher und männlicher Stimme, die meistens abwechselnd zu hören sind, durch. Eine ausschließlich weiblich Station Voice gibt es ebenfalls, wenn auch höchst selten. Generell orientiert sich der farbliche Klang, das Alter und die Beschaffenheit der Stimme nach der Zielgruppe bzw. der Marketingstrategie des jeweiligen Senders. Während die Station Voice bei jugendlichen Formaten eher provokativ, jung, vielleicht sogar etwas verrucht klingt, wäre das in einem Format für ältere Zielgruppen, also etwa bei einem Lokalsender, der vorwiegend Oldies spielt, undenkbar. Hier ist die Station Voice meistens neutral gehalten und eher ruhiger. Besonders wichtig ist die Station Voice natürlich beim Hörfunk – jeder Radiosender steht und fällt mit seiner Stimme, die so gut wie nach jedem Titel zu hören ist und den Sender auch repräsentiert bzw. dem Hörer sagt, bei welcher Station er sich gerade befindet. Auch das Image des Senders bewertet der Hörer, der natürlich in den meisten Fällen nicht weiß was eine Station Voice ist, unbewusst nach dem Klang dieser einprägsamen und markanten Stimme. Das haben Umfragen im Hörfunkbereich verschiedener Stationen ergeben.

Wichtig bei der Station Voice: sie ist niemals live zu hören. Das heißt, sie kommt immer aus der Konserve. Es gibt ausschließlich vorproduzierte Slogans oder Programmelemente, in einzelnen Fällen auch Information von der Station Voice übermittelt. Als Moderator in einer Sendung ist derjenige, der der Radiostation seine Stimme leiht aber generell niemals zu hören. Davon raten Experten und Programmberater ab. Wie würde es schließlich klingen, wenn der Moderator zugleich Station Voice wäre und von sich selbst „Der Morgen mit….“ begrüßt wird!? Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Ein großer Sender aus Bayern beispielsweise hat eine Station Voice, die nebenbei auch als Moderator tätig ist. Ein absolutes Don’t in Sachen Station Voice ist auch, dass ein Sprecher für mehrere Sender tätig ist. Abgesehen von einigen Lokalsendern, die sich oft aufgrund eines gleichen oder ähnlichen Mantelprogrammes die Station Voice teilen, um überzeugender zu klingen, gilt die Regel: Die Station Voice soll das Image eines Radiosenders oder einer TV-Station repräsentieren und einzigartig sein. Umso wichtiger ist auch die Ausbildung, die ein Sprecher haben muss, um überhaupt als Station Voice eingesetzt zu werden. Selbst bei Lokalsendern, wo als Nachrichtensprecher oder Moderator ein gewisser Lokalkolorit erlaubt ist, muss die Station Voice vollkommen dialektfrei sprechen, damit sie möglichst neutral und damit seriös wirkt. Wäre dies nicht der Fall, würden Hörer möglicherweise das ganze Programm eines Senders anzweifeln und er würde an Glaubwürdigkeit und Professionalität verlieren. Die Vergütung, die die Station Voice erhält ist übrigens von Fall zu Fall unterschiedlich und damit nicht eindeutig klar geregelt. Häufig haben Sender – vor allem wenn es sich um einen externen Sprecher handelt, der bei einer Agentur oder einem Tonstudio arbeitet – eine Art „Flatrate“. Das heißt, sie zahlen monatlich einen gewissen Betrag und können dafür Jingle-Pakete, Verpackungen für On- oder Off-Air Aktionen oder sonstige Produktionen einfach nach Bedarf bestellen.

 

Relaunch

Professionelle Sprecher 2.0

Mit neuem Design und günstigerem Mitgliedsbeitrag läuten wir die nächste Runde ein. Ab sofort kostet ein Account bei uns nur noch 28 Euro im Jahr.
Rund 244 Sprecher und Sprecherinnen haben sich bereits eingetragen.