Sprecher

Einen richtigen Berufszweig, der sich nur Sprecher nennt gibt es eigentlich nicht. Als Sprecher wird jeder Redakteur oder Journalist bezeichnet, der Filme kommentiert oder beim Rundfunk spricht. Bei der genauen Bezeichnung des Berufes muss unter verschiedenen Kategorien unterschieden werden.
Der wohl bekannteste und ursprünglichste aller Sprecher ist der Radio- oder Rundfunksprecher. Er sitzt im Funkhaus eines Senders oder einer Radiostation in einem Studio, liest Nachrichten, kommentiert als Reporter aktuelle Geschehnisse vor Ort oder ist Sportkommentator. In der Laiensprache werden auch Moderatoren ganz simpel als „Sprecher“ bezeichnet.
Neben dem Hörfunk sorgen Sprecher auch beim Fernsehen für die nötigen Informationen. Auch hier gibt es Nachrichtensprecher, die in Magazinen oder News-Sendungen über tagesaktuelle Geschehnisse informieren und Moderatoren, die im Fernsehen aber weniger als Sprecher bezeichnet werden, da sie meist im Bild zu sehen sind. Hinter den Kulissen arbeiten dagegen viele Sprecher: einer davon ist die Station Voice. Auch für sie gibt es – sowohl im Hörfunk als auch im TV-Bereich - einen speziellen Sprecher. Seine Aufgabe ist es, einen bestimmten Sender, durch seine Stimme, die meist sehr markant wirkt, zu vertreten, Jingles bzw. Programmtrailer zu sprechen etc. Während viele Sprecher bekannt beim Zuhörer sind, ist die Station Voice meistens „anonym“, das heißt weder Name noch Aussehen sind im Regelfall bekannt. Nähere Infos unter Station Voice.
Ein weiterer Typ des Sprechers ist der Synchronsprecher. Er verleiht in Spielfilmen, Serien oder sonstigen Sendungen seine Stimme an Schauspieler, Reporter, Moderatoren oder Interviewpartner. Zu den bekanntesten Synchronsprechern gehört Manfred Lehmann. Er verleiht Bruce Willis seine Stimme und ist außerdem durch eine Werbekampagne der Firma Praktiker in ganz Deutschland zu hören und neuerdings auch zu sehen. Letzteres ist bei Synchronsprechern äußerst selten.
Einer der wichtigsten Bereiche für Sprecher ist neben dem Rundfunk der Hörspiel-Bereich. Egal ob eine Serie für Kinder oder ein Hörbuch für Erwachsene produziert wird, hier sind meist eine ganze Reihe von Sprechern tätig. Nicht selten übernehmen aber auch ausgebildete Schauspieler verschiedene Hörspielrollen.

Die Sprache des Sprechers ist generell hochdeutsch und für jedermann verständlich, wenn es sich um Berichte, Reportagen, Beiträge oder Nachrichten handelt. In Hörspielen, Filmen oder Serien haben einzelne Charaktere aber auch schon mal einen Sprachfehler, Dialekt oder andere sprachliche Auffälligkeiten, die bewusst eingesetzt werden. Ziel ist es dann, auf bestimmte Rollen oder Personen besser aufmerksam zu machen. Eine weitere Ausnahme sind Lokalsender: hier sind gewisse sprachliche Färbungen aus der jeweiligen Region (so lange sie in Maßen sind) von den Programmverantwortlichen oft sogar erwünscht. Dennoch ist ein professioneller Sprecher erst einsetzbar, wenn er ein anerkanntes Sprach- und Atemtraining absolviert hat. Die richtige Atmung ist für den Sprecher von besonderer Wichtigkeit, um nicht zu sagen das A und O. Voraussetzung ist es beispielsweise für Nachrichtensprecher, so selten Luft wie möglich zu holen und nur so oft wie nötig. Generell gilt die Regel: während eines Satzes sollte nicht geatmet werden, sondern erst nach Ende des Satzes.Richtig tief einatmen kann der Nachrichtensprecher zwischen seinen Meldungen. Hier gilt die Atmung sogar als Zäsur. Neben dem richtigen Luftholen ist auch die Betonung des Sprechers wichtig, die im Sprachtraining ebenso gelehrt wird wie das korrekte Aussprechen bestimmter Laute. Somit kann vermieden werden, dass der Sprecher, der ja möglichst neutral klingen soll, zu viele Dialekt-Elemente in seiner Sprache enthält. Besonders wichtig ist das bei den so genannten Off-Sprechern. Immer mehr TV-Produktionen, vor allem Doku-Soaps, arbeiten mit dieser Form des Sprechers. Hierbei handelt es sich um die Stimmen, die wir bei Dokumentarfilmen, Werbespots oder bei der Übersetzung von Interviews zu hören bekommen. Häufig arbeiten Sprecher für mehrere verschiedene Firmen oder Produktionen (zum Beispiel sind Radiomoderatoren häufig auch als Sprecher für Fernsehwerbungen zu hören). Grund dafür ist zum einen die Vielseitigkeit der Sprecher, zum anderen ihr zum Teil unterbezahlter Lohn. Bestes Beispiel sind die Hörspiel- und Synchronsprecher. Medienberichten zufolge bekommen sie pro Take (= 2 bis 3 Sätze) nur bis zu 3,50 Euro in Deutschland, während in den USA für ähnliche Arbeiten zum Teil Millionen von Dollar fließen.

 

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