Moderator

Das Wort Moderator kommt aus dem Lateinischen (moderare = steuern, lenken) und bezeichnet jemanden, der in ein Gespräch eingreift, Diskussionen leitet und lenkt oder einfach nur etwas präsentiert (Moderation). Wie aber wird man Moderator? In Deutschland gibt es dafür keine wirkliche Ausbildung oder gar ein geregeltes Berufsbild. Moderatoren sind in der Regel Quereinsteiger. Das bedeutet, sie kommen oft aus anderen Metiers, wie beispielsweise der Schauspielerei oder aus der Sparte Musik. Andere wiederrum sind Journalisten, haben also entweder studiert oder ein Volontariat zum Redakteur absolviert. Letzteres ist die häufigste Variante, die in den meisten Fällen auch bei Lokalsendern im Radiobereich auftritt. Hier werden oft Redakteure nicht nur als Nachrichtensprecher oder zum Erstellen von Beiträgen eingesetzt, sie werden auch – wenn das nötige Talent vorhanden ist – zum Moderieren hinters Mikrofon gestellt. So sparen sich die finanziell etwas angeschlagenen Stationen einen zusätzlichen Moderator und bei einem eventuellen Ausfall kann auch einmal der Redakteur einer Sendung diese selbst moderieren. Deshalb durchläuft ein Volontär bei lokalen Radiosendern auch verschiedene Stationen. Beim TV werden viele Moderatoren aber auch „entdeckt“. Das kann zum einen in speziellen Castings der Fall sein. Oftmals werden TV-Produzenten aber auch auf bekannte DJs, Animateure oder andere Menschen, die in sogenannten Promotionjobs tätig sind, aufmerksam (auch ehemalige Big Brother-Bewohner sollen schon zu Moderatoren umgeschult worden sein; siehe 9 LIVE). Sie fallen somit unter die Rubrik „Quereinsteiger“. Um beim TV zu bleiben: der Fernsehmoderator ist dort meist in Diskussionsrunden zu sehen, stellt Fragen, vermittelt zwischen unterschiedlichen Parteien und lenkt das Gespräch. Außerdem werden Moderatoren in Magazinen gebraucht. Dort gibt es zwar meistens fertige Beiträge, die von Redakteuren erstellt werden, der Moderator übernimmt jedoch die Begrüßung und Verabschiedung der Zuschauer, leitet zu den Beiträgen hin (Anmod.) und gibt dem Zuschauer nach dem Beitrag noch ergänzende Informationen, falls nötig (Abmod.).
Während die Personen, die uns über das Neuste aus aller Welt informieren, beim Rundfunk als Nachrichtensprecher bezeichnet werden, verschwimmt beim Fernsehen oftmals die Grenze zwischen Nachrichtensprecher und Moderator. Vor allem bei modernen, bunteren Nachrichenmagazinen wird der Leiter als Moderator bezeichnet. Der „klassische“ Fernsehmoderator, so wie ihn sich die meisten vorstellen, ist aber der Unterhalter. Er kommt in Spielshows (siehe Thomas Gottschalk’s „Wetten dass…?“), Quizshows („Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch) oder Talkshows (Oliver Geißen) vor. Während der Fernsehmoderator, besonders bei den Unterhaltungsshows immer hunderte von Zuschauern um sich hat, ist der Radiomoderator ganz allein. Auch wenn er tausende oder gar Millionen von Hörern hat, in seinem Studio ist außer ihm niemand. Weil er sich um alle Vorgänge im Sendestudio selbst kümmert, nennt man dieses auch „Selbstfahrerstudio“. Während früher noch in der Regel ein bis zwei Personen für die Technik, etwa das Auflegen von Schallplatten oder das Einlegen von Bändern, dem Moderator zur Seite standen und dieser nur für den Wortanteil zuständig war, führt er im Selbstfahrerstudio vollkommen allein durch die Sendung, auch die Technik und Musik ist sein Zuständigkeitsbereich. Der Moderator startet somit Jingles, ist für das Abspielen von Musiktiteln zuständig, spielt O-Töne ein und auch wann die Werbung beginnt liegt bei den meisten Sendern in seiner Hand. Nebenbei spricht er auch noch seine Texte bzw. Moderationen und ist dafür zuständig, den Hörer bei Laune zu halten. Vor allem in vielen Morningshows geschieht das durch einen sogenannten Sidekick. Das ist ein Co-Moderator, meistens weiblich, der zusätzlich für Stimmung und gute Laune sorgen soll. Auch Off-Air-Aktionen müssen natürlich geleitet werden. Deshalb gibt es auch hierfür spezielle Moderatoren. Sie promoten bei Festen ihre TV- oder Rundfunkstation, führen bei Veranstaltungen durch das Programm oder eröffnen Konzerte. Oft sind sie aber auch ON-Air zu hören oder zu sehen. Weder zu hören noch zu sehen ist dagegen der Internet-Moderator. Er ist im Gegensatz zu den anderen Moderatoren-Typen relativ unbekannt, um nicht zu sagen anonym. Seine Aufgabe: in Webforen bei Streitigkeiten einzugreifen, unerwünschte Postings zu löschen oder Fragen an die zugehörigen Ansprechpartner weiterzuleiten.

 

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